Bundesarbeitsgemeinschaft für Menschen mit erworbenem Hirnschaden

Clostridium difficile oder aktuell Clostridioides difficile

Clostridioides,  (früher auch Clostridium) difficile (abgekürzt C. difficile) gehört zu den anaerob (ohne Sauerstoff) wachsenden, grampositiven Stäbchenbakterien. Hinzu kommt die Fähigkeit aerotolerante Sporen zu bilden, also Sporen, welche auch unter Anwesenheit von Sauerstoff wachsen können.

Die Fähigkeit, diese Sporen zu bilden, führt zu einer hohen Wiederstandsfähigkeit gegen Wärme, Austrocknung sowie verschiedene chemische Substanzen und verschiedene Desinfektionsmittel.

Bereits 1970 wurde der Erreger als Verursacher von Durchfallerkrakungen im Rahmen von Antibiotikatherapien erkannt.

Bis heute sind es die disponierenden Faktoren, die den Schweregrad der Erkrankung ausmachen. Eine Störung der Darmphysiologie also der mikrobiellen Darmflora wie z.B. durch Antibiotikabehandlung aber auch durch andere Grundkrankheiten oder Eingriffe im Magen-Darm-Trakt spielen hier eine große Rolle.

Der Keim kann in der Umwelt nachgewiesen werden. Besonders ist, dass er im Darm von Kleinkindern häufig zu finden ist (ca. 80% der Kinder), bei Erwachsenen eher selten (< 5%). Bei Krankenhausbehandlung ist zu beobachten, dass bei Erwachsenen der Nachweis auf 20 – 40% deutlich ansteigt, krankheitsspezifische Symptome wie Durchfälle treten in der Regel nicht auf. Seit 2003 nehmen Nachweiszahl und die Schwere der auftretenden Symptome deutlich zu.

Warum sind diese Informationen für eine Pflegeeinrichtung nun wichtig?

Durch die zunehmende Schwere von Erkrankungen und Begleiterkrankungen der betreuten Menschen in Pflegeeinrichtungen nimmt die Zahl notwendiger Klinikaufenthalte zu. Auch werden in der Phase F viele Menschen betreut, die lange Zeit in Kliniken betreut und therapiert wurden. Hierzu gehört auch die Antibiotikatherapie. Aus Untersuchungen wissen wir, dass Antibiotikatherapien auch für das Auftraten resistenter Erreger verantwortlich sind. Somit kann man herleiten, dass der vermehrte Einsatz von Antibiotika wie oben beschrieben auch bei den Bewohnern (m/w/d) in Einrichtungen die Zahl nachgewiesener Clostridieninfektionen ansteigen lässt.

Wurde ein Bewohner der Einrichtung innerklinisch oder ambulant antibiotisch behandelt, kann es sein das nach dieser Behandlung Durchfälle auftreten. Möglicherweise ist der Stuhl mit Clostridien infiziert. Den Verdacht erhärten folgende typischen Symptome:
– plötzlich auftretende wässrige Durchfälle
– Schmerzen im Unterbauch
– auffällig faulig riechender Stuhlgang
Hier sollte der Arzt informiert werden und entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) eine Stuhlprobe zur Untersuchung an ein Labor geschickt werden.

Für die weitere Versorgung ist es empfehlenswert, den betroffenen Bewohner (m/w/d) als „infektiös“ anzusehen und bis zum Eintreffen eines (eventuell negativen) Befundes, oder bis zum Ende einer Therapie folgende hygienischen Maßnahmen umzusetzen:
– Schulung des eingesetzten Personals (Pflege, Hauswirtschaft, Therapeuten) und der Angehörigen zu Hygienemaßnahmen
– Schutzkittel und Einmalhandschuhe bei Bewohnerkontakt anlegen und vor Verlassen des Zimmers wieder ablegen.
– Wenn irgend möglich Versorgung im Einzelzimmer
– Sorgfältigste Händehygiene. Wegen der Unempfindlichkeit der Sporen gegen alkoholische Desinfektionsmittel wird empfohlen, die Hände gründlich zu desinfizieren, und nach dem Abtrocknen der Haut gründlich zu waschen. Das Waschen ist für die Reduktion der Keimzahl die wichtigste Maßnahme.
– Tägliche Wischdesinfektion (idealerweise mit Oxidantien z.B. Peressigsäure, oder Natrium-Hypochlorit) aller patientennahen (Handkontakt-)Flächen ( wie Nachttisch, Bettgestell, Sanitärbereich, Toiletten, Tür- /Schrankgriffe, etc.) Hier unbedingt auf die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels uns die sachgerechte Anwendung
achten.
– Pflegemittel / Hilfsmittel wenn möglich nur für den betroffenen Bewohner (w/w/d) einsetzen, sonst nach Anwendung gründlich desinfizieren.
– Eine erregerbezogene antibiotische Therapie ist möglich und sollte sich eng an den geltenden Leitlinien orientieren. Manchal bringt bereits das Absetzen einer laufenden Antibiotika-Therapie eine Besserung.
– Empfohlen wird, die o.g. Maßnahmen bis 48h nach erfolgreicher Therapie und abklingen der Symptome weiterzuführen.

Diese kurzen Informationen nach Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) geben eine erste Hilfestellung. Empfehlenswert ist, sich alle Informationen des RKI anzusehen, da manchmal auch der betreuende Hausarzt nachfragt wie die Diagnostik läuft, wohin Stuhl eingeschickt werden soll oder welche Antibiose eingesetzt werden könnte. Auch die Auswahl des geeigneten Desinfektionsmittels ist von großer Wichtigkeit.
Alle Informationen finden Sie auf der entsprechenden SEITE DES RKI.